Hat Luther die Bibel geschrieben?

Dr. Martin Luther (1483-1546) wird in Deutschland sehr schnell in Verbindung mit der Bibel gebracht, weil die sog. Lutherbibel die deutsche Sprache in großem Maße beeinflusst hat. Luther hatte eine geniale Gabe, mit Sprache umzugehen.

Diese Fähigkeit hat ihn in die Lage versetzt, die Sprache des Volkes zu seiner Zeit einerseits zu verstehen („dem Volk auf’s Maul schauen“) und andererseits in seinem Schaffen so umzusetzen, dass die von ihm formulierten Texte zugleich sprachformend wirkten.

Allerdings: Ausgedacht hat er sich den Text der Bibel nicht, sondern „nur“ übersetzt. Er war auch nicht der erste, der eine deutsche Übersetzung vorgelegt hat. Aber er hat es mit großem Geschick und zugleich mit hohem Respekt vor dem ursprünglichen Text getan, so dass seine Übersetzung bis heute enorme Bedeutung hat.

Seine Übersetzung aus den Originalsprachen beruhte damals auf einer Quellenlage, die für ein so altes Buch sehr gut war, aber im Laufe der Jahrhunderte nochmals besser wurde, weil man inzwischen mehr alte Texte gefunden hat, die zeitlich noch dichter an die ursprünglichen Texte heranreichen als zu Luthers Zeiten. Als Beispiel könnte man einige Funde aus den Höhlen von Qumran nennen, die bis in die vorchristliche Zeit reichen und Texte aus dem Alten Testament beinhalten. Die sehr gute Quellenlage für die Texte der Bibel wird von anderen Büchern der Antike praktisch nie erreicht.

Im Blick auf das Neue Testament vertrat z.B. der mit 52 Jahren im Jahre 2004 leider zu früh verstorbene deutsche Papyrologe Carsten Peter Thiede die Auffassung, dass ein Papyrusfragment des Matthäusevangeliums aus der Oxforder Bibliothek aufgrund seiner Untersuchungen der Schreibweise auf dem Papyrusfragment in die 60er Jahre nach Christus datiert werden müsste. Damit wäre klar, dass es schon zu Lebzeiten der Apostel schriftliche Aufzeichnungen über das Leben Jesu gab. Der Inhalt dieses Papyrusfragments deckt sich mit dem Text des Matthäusevangeliums, wie wir ihn seit Luther, dem großen Übersetzer, in den Händen halten.

Was bedeuten diese „komischen“ Zeichen?

Rosettenfenster in Bleiglas mit Christusmonogramm im Zentrum

Das Rosettenfenster schmückt die Stirnwand der Kapelle der Theologischen Hochschule Friedensau in der Nähe von Magdeburg. Wenn die Sonne während des vormittäglichen Gottesdienstes scheint, wird das große Glasfenster von Licht durchflutet. Im Zentrum des Fensters befindet sich das sogenannte Christus-Monogramm. Was bedeuten die Zeichen darin?

Am leichtesten sind die Buchstaben A und O (Omega) zu identifizieren. Sie stehen für den ersten bzw. letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, Alpha und Omega.

In der Offenbarung des Johannes stellt sich Jesus dem Apostel in einer Vision als „A und O“ vor, als „der Erste und der Letzte und der Lebendige“, nachdem er dem erschrockenen Apostel zugerufen hat „Fürchte dich nicht!“

Die anderen bei den Zeichen in der Mitte des Monogramms lesen wir als „P“ und „X“. Allerdings stammen auch diese beiden Zeichen aus dem griechischen Alphabet (griechisch ist die Sprache, in der das Neue Testament ursprünglich abgefasst wurde), Sie sind als „R“ (grch. „Rho“, sieht aus wie unser „P“) und „Chi“ (sieht aus wie unser „X“) zu lesen. Was bedeutet das? Es sind schlichtweg die ersten beiden Buchstaben von „Christus“, wobei unser „Ch“ im Griechischen nur ein Buchstabe ist, eben das „Chi“. Mit diesen vier Buchstaben hat man also ausgesagt, dass es sich hier um Christus (deutsch „Gesalbter“, hebräisch „Messias“), den Anfänger und Vollender der Welt und des Glaubens handelt.

Wie weit ist die Bibel auf der Welt verbreitet?

Zusammenstellung einiger Sprachbeispiele für den neutestamentlichen Text Johannes 3,16

Die vollständige Bibel kann laut Weltverband der Bibelgesellschaften jetzt (2020) in 694 Sprachen gelesen werden. Etwa 5,7 Milliarden Menschen haben damit Zugang zum Alten und Neuen Testament in ihrer Muttersprache. Das Neue Testament gibt es jetzt in weiteren 1 542 Sprachen übersetzt, dazu kommen einzelne Bibelbücher in vielen weiteren weitere Sprachen. Damit gibt es in 3.395 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel. Das sind 33 Sprachen mehr als im Vorjahr. Die Bibelgesellschaften gehen von weltweit rund 7 350 Sprachen aus, zu denen auch 245 Zeichensprachen für Gehörlose gezählt werden. So gesehen gibt es rund 4.000 Sprachen, in denen noch kein Buch der Bibel übersetzt ist.

Weitere Informationen und Details dazu gibt es hier.

Woher hat das Neue Testament seinen Namen?

Ausschnitt aus lateinischer Bibel
Ausschnitt aus der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel 1452-55 (Faksimile), Ende des 1. Petrusbriefes, Beginn des 2. Petrusbriefes

Schon gewusst? Warum heißt eigentlich das Neue Testament „Neues Testament“? Es hat seinen Namen von einem Bibeltext aus dem Alten Testament, und zwar aus Jeremia 31. Dort findet man in den Versen 31–34 eine schöne Zusage Gottes, wo das Wort Bund mehrfach vorkommt:

31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,
32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;
33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Da das lateinische Wort für Bund testamentum lautet, nannte der berühmte Kirchenvater Origenes (ca. 185 – 254 n. Chr.) die siebenundzwanzig Bücher im zweiten Teil der Bibel das Neue Testament“ (nach Gerhard F. Hasel und Michael G. Hasel), weil er die Erfüllung der Verheißung aus dem Buch Jeremia mit Jesus gekommen sah. Jeremia sprach von einem Neuen Bund um Gegensatz zum Alten Bund, wobei es im Alten Testament ja mehrere Bünde gab, die Gott mit Menschen schloss. Aber das wäre ein neues Thema …

Wo findet man Kirchen-Angebote online?

Regelmäßige Live-Gottesdienste, jeweils samstags und sonntags 9:30 Uhr bei HopeTV per Satellit, in manchen Kabelnetzen und im Internet:

YouTube-Kanal der Hansa-Vereinigung der Siebenten-Tags-Adventisten mit den Live-Gottesdiensten aus der Corona-Zeit und mehr. Die Auswahl ist kontinuierlich am Wachsen.

YouTube-Kanal der Adventgemeinde Grindelberg mit wöchentlichen Impulsen, Predigten und Beiträgen für Kinder

YouTube-Kanal der Adventgemeinde Kiel mit wöchentlichen Predigten und Andachten

YouTube-Kanal der Holzkirche Roggenthin mit einer Reihe von Live-Gottesdiensten, aber auch Beiträgen für Kinder usw. Corona hat bei dieser Gemeinde zur Entdeckung eines neuen Angebotsfeldes geführt.

Pastor Michael Brunotte hat eine Reihe von Videobotschaften unter dem Titel „Hoffnungsträger“ aufgezeichnet, die sich anzuschauen lohnen.

YouTube-Kanal der Theologischen Hochschule Friedensau mit einer Reihe von Live-Gottesdiensten und weiteren Angeboten. Auch diese Auswahl wächst kontinuierlich.

Verzeichnis der Video-Gottesdienste der Adventgemeinden in Berlin und Mitteldeutschland. Hier werden die Videobeiträge aus verschiedenen Gemeinden im Osten Deutschlands aufgeführt, die auch heruntergeladen werden können. Außerdem gibt es jede Woche eine Sabbat-Anfangs-Andacht.