Neuer kostenloser Bibelkurs

Am 6. Oktober beginnt in den Räumen der Adventgemeinde Heide ein neuer kostenloser Bibelkurs. Er verspricht frisches Herangehen an die Bibel mit offenem Austausch, unverbindlich, überkonfessionell – jeder ist willkommen!

Religionspädagoge und Pastor i.R. Matthias Müller möchte mit den Teilnehmern tiefer schürfen. Das sind die geplanten Themen:

  • Die Bibel ist nicht vom Himmel gefallen
  • Eine Prophezeiung in der Bibel, die bis zu mir reichen könnte
  • Texte aus den Evangelien und mein reales Leben
  • Sind alle Religionen das Gleiche?

Termine: 6. Oktober | 20. Oktober | 3. November | 17. November | 1. Dezember 2022 – jeweils 17:00 Uhr

Da es um die Bibel geht, sollen die fünf Kurseinheiten nicht theoretisch bleiben, sondern das Buch soll auch in die Hand genommen werden können. Teilnehmer können ihre eigenen Bibeln mitbringen oder vor Ort welche entleihen.

Teilnahme kostenlos, Spende willkommen. Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldung hier

Ort: Adventgemeinde Heide, Rüsdorfer Str. 19, 25746 Heide (Seiteneingang links, 1. Etage)

lat. Bibeltext
Seite aus der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel 1452-55 (Faksimile), Ende des 1. Petrusbriefes, Anfang des 2. Petrusbriefes

Regel oder Mensch?

Diese Frage taucht an allen möglichen Stellen des Lebens auf, auch in der Glaubenswelt. Sollen Regeln streng beachtet werden oder steht eher der Mensch im Mittelpunkt? Es gibt in der Bibel klare Ansagen, wie unter welchen Umständen zu handeln ist. Und dennoch finden sich in derselben Bibel Berichte darüber, wie wirklich verfahren wurde. War das ein Regelbruch oder die richtige Entscheidung in dem Moment? Für beides gibt es Beispiele, was die persönliche Entscheidung nicht unbedingt leicht macht. Wo liegt die Antwort?

Ich habe ein Video zu der Frage aufgenommen. Es ist unter diesem Link bei YouTube zu finden (mit dem Öffnen des Links werden Sie zu YouTube weitergeleitet, wo dann die Datenschatzbestimmungen von YouTube gelten). Wie finden Sie die Gedanken? Schreiben Sie Ihre Antwort in die Kommentare bei YouTube. Vielen Dank!

Titelbild für YouTube-Video
Trifft das immer zu? Siehe dazu mein Video unter YouTube (Link oben)

Ostern – Grund zur Freude

Ostersonntag – Erinnerung an die Auferstehung Christi. Grund zur Freude! Denn die Auferstehung ist wahrscheinlicher als viele denken. Wenn die Jünger von Jesus von vornherein an seine Auferstehung geglaubt hätten, hätten sie sich am Ostermorgen nicht mit Salben für den Leichnam, sondern mit Palmzweigen und Gesängen zum Grab begeben, den spottenden Wachen zum Trotz. Aber die Geschichte lief ganz anders und der auferstandene Jesus hatte ziemliche Mühe, seine Nachfolger von seiner Auferstehung zu überzeugen. Die waren nicht weniger skeptisch als wir heute. Warum die Auferstehung glaubwürdig ist, dazu einige Aspekte in meinem Video, auch mit Aufnahmen aus Jerusalem.

Hinweisschild zum Gartengrab, in dem Jesus beerdigt worden sein könnte (Foto: mm)

Wie entstand das Neue Testament (2)

Niemand hat sich hingesetzt und gesagt: „Ich werde jetzt mal das Neue Testament schreiben“. Die Juden zur Zeit von Jesus lebten mit dem Alten Testament. Die ersten Christen waren Juden und hatten somit einen „Kanon“, eine Zusammenstellung von Schriften, die für sie Glaubensgrundlage war.

Jesus hatte nicht nur gesagt, dass mit ihm etwas Neues beginnt, sondern das war in den Christengemeinden auch deutlich spürbar, so sehr, dass es je länger umso heftiger zu Auseinandersetzungen mit den Juden, aber auch innerhalb der Gemeinden mit traditionell jüdischen Christen kam. Hinzu kam, dass mit zunehmendem zeitlichen Abstand vom Leben Jesu auf der Erde und der zugleich immer größer werdenden Zahl von Christengemeinden das Bedürfnis wuchs, auch etwas Schriftliches zu haben, das man vortragen und weitergeben konnte, auch wenn kein Augenzeuge zur Verfügung stand.

Das gab verschiedenen Leuten den Impuls, das, was sie persönlich mit Jesus erlebt hatten, aufzuschreiben bzw. aufschreiben zu lassen. Der Arzt Lukas waren zwar nicht selbst dabei, als die Dinge um Jesus herum passierten, kannte aber genug Leute oder fand Leute, die als Augenzeugen dabei waren und glaubhaft berichten konnten, was sie beobachtet hatten. Entsprechend leitet er seinen Bericht über das Leben ein und schreibt, dass er gründlich recherchiert hat. Da er den Bericht verfasst hat, als noch viele Augenzeugen lebten – er war Zeitgenosse von Paulus -, gibt es keinen Grund, an seinen Texten zu zweifeln, denn die Leute hätten bei Falschdarstellung gut reagieren können. Sie waren weder dümmer noch leichtgläubiger als wir heute. Mit den verschiedenen Berichten über das Leben Jesu gab es erste Schriften, die in Umlauf gerieten und einen Grundstock für das spätere Neue Testament lieferten.

Wie entstand das Neue Testament? (1)

lat. Bibeltext
Seite aus der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel 1452-55 (Faksimile), Ende des 1. Petrusbriefes, Beginn des 2. Petrusbriefes

Vielen Menschen ist gar nicht klar, wie die Bibel und eben auch das Neue Testament entstanden sind. Das Neue Testament fiel nicht vom Himmel und wurde weder von Luther geschrieben noch von irgendeinem der Apostel, schon gar nicht von einem Papst.

Die verschiedenen Teile (oder Bücher) des Neuen Testaments – es sind 27 an der Zahl – stammen aus einer Zeit, wo man weitgehend noch auf Papyrusrollen schrieb und geschriebene Texte noch etwas Besonderes waren. Die Leute verließen sich vielmehr auf ihr Gedächtnis als wir heute. „Schreiber“ war ein Beruf, und wer jemandem etwas schriftlich mitteilen wollte, bediente sich eine gemieteten Schreibers, der seinen Beruf als Dienstleistung ausübte. Er konnte einfach nur aufschreiben, was der andere ihm sagte, oder auch bei den Formulierungen helfen, wenn das als nötig angesehen wurde.

Auf diese Weise kamen auch nach und nach die verschiedenen Teile des Neuen Testamentes zusammen. Einen sehr interessanten Talk zum Thema mit einem Sachverständigen kann man sich hier auf YouTube anschauen.