Wie entstand das Neue Testament? (1)

lat. Bibeltext
Seite aus der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel 1452-55 (Faksimile), Ende des 1. Petrusbriefes, Beginn des 2. Petrusbriefes

Vielen Menschen ist gar nicht klar, wie die Bibel und eben auch das Neue Testament entstanden sind. Das Neue Testament fiel nicht vom Himmel und wurde weder von Luther geschrieben noch von irgendeinem der Apostel, schon gar nicht von einem Papst.

Die verschiedenen Teile (oder Bücher) des Neuen Testaments – es sind 27 an der Zahl – stammen aus einer Zeit, wo man weitgehend noch auf Papyrusrollen schrieb und geschriebene Texte noch etwas Besonderes waren. Die Leute verließen sich vielmehr auf ihr Gedächtnis als wir heute. „Schreiber“ war ein Beruf, und wer jemandem etwas schriftlich mitteilen wollte, bediente sich eine gemieteten Schreibers, der seinen Beruf als Dienstleistung ausübte. Er konnte einfach nur aufschreiben, was der andere ihm sagte, oder auch bei den Formulierungen helfen, wenn das als nötig angesehen wurde.

Auf diese Weise kamen auch nach und nach die verschiedenen Teile des Neuen Testamentes zusammen. Einen sehr interessanten Talk zum Thema mit einem Sachverständigen kann man sich hier auf YouTube anschauen.

Hase oder Lamm?

Nein, das ist nicht die Frage nach dem Sonntagsbraten zu Ostern, sondern die Frage nach dem Inhalt. So wie Weihnachten der Weihnachtsmann zu dominieren scheint, gilt das zu Ostern für den Hasen. Das hat allerdings mit der christlichen Seite des Festes nichts zu tun. Natürlich bleibt festzuhalten, dass es außer dem Abendmahl kein einziges Fest gibt, das der Christenheit aus der Bibel zum Feiern übertragen worden wäre. Das gilt auch – so unbequem der Gedanke sein mag – für das Osterfest.

Es hat sich eingebürgert, zu Ostern besonders des Leidens Christi zu gedenken, aber nicht nur das, sondern auch der Auferstehung. Wobei Jesus Christus selbst sein Leiden und Auferstehen nicht mit einem jährlichen Fest verbunden hat, sondern mit dem Abendmahl. Paulus hat es uns im 1. Korintherbrief, Kapitel 11 ab Vers 23 folgendermaßen überliefert:

Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

In diesem Text ist sowohl das Leiden und Sterben Christi, als auch die Wiederkunft und damit impliziert auch die Auferstehung erwähnt.

Schon im Alten Testament wird durch ein geschlachtetes Lamm Sünde gesühnt. Johannes der Täufer weist auf Jesus als auf das „Lamm Gottes“ hin, das der Welt Sünde hinwegträgt, und in der Offenbarung kommt ebenfalls das Lamm als Symbol für den gekreuzigten und siegreichen Christus vor. (Von einem Hasen ist nirgends die Rede)

Es wäre zu wünschen, dass viele Menschen die Ostertage nutzen, um sich wieder auf das Opfer Christi, aber auch auf die Hoffnung machende Auferstehung Jesu zurück zu besinnen. Wie dieser Tage jemand sinnigerweise auf Facebook zum Bild eines antiken jüdischen Grabes, von dem der Stein weggerollt war, postete: „Das mit der Ausgangssperre hat schon damals nicht geklappt…“

Für mein Video zum Thema Tod und Auferstehung mit einem Besuch an einer Stelle in Jerusalem, wo das Grab Jesu gelegen haben könnte, siehe diesen Link.

Antikes Grab in Israel mit weggerolltem Verschlussstein, wie in den Evangelien beschrieben